Praxis-Ratgeber

Lieferando-Partner werden: Ablauf, Kosten und was Restaurants vorher wissen sollten

Wer Lieferando-Partner werden will, hofft meist auf zusätzliche Bestellungen und auf Gäste, die das eigene Lokal noch nicht kennen. Dagegen stehen die Provision, die von jeder Portalbestellung abgeht, und die Sorge, Abläufe und den Kontakt zu den Gästen aus der Hand zu geben.

Restaurantküche mit Tablet für Lieferbestellungen im laufenden Betrieb

Das Portal kann dir neue Kundschaft bringen. Wirtschaftlich interessant wird es aber oft erst, wenn Folgebestellungen später über einen eigenen Kanal laufen. Wer sich allein auf die Plattform verlässt, bleibt von Sichtbarkeit, Ranking und Bewertungen abhängig.

Dieser Leitfaden führt dich von der Registrierung bis zum laufenden Betrieb und zeigt, worauf es bei Vertrag, Technik, Auszahlung und Kosten ankommt.

Lieferando-Partner werden: Anmeldung und Onboarding im Überblick

Behandle den Start wie ein kleines Projekt. Prüfe die Unterlagen, bereite die Daten vor, strukturiere die Speisekarte und lege fest, wer im Team welche Aufgabe übernimmt.

Je sorgfältiger du planst, desto schneller läuft der Betrieb rund. Fehler in der Karte, übersehene Bestellungen oder zu lange Lieferzeiten kosten gerade in den ersten Wochen Umsatz. Außerdem landen sie schnell in den Bewertungen, die neue Gäste als Erstes sehen.

Lieferando-Partner anmelden: Voraussetzungen und Unterlagen für Restaurant, Imbiss und Lieferservice

Grundlage für die Registrierung ist ein angemeldetes Gewerbe, egal ob du ein Restaurant mit Gastraum, eine Pizzeria an der Ecke oder einen reinen Lieferservice betreibst. Wer sein Restaurant bei Lieferando anmelden möchte, füllt dafür das Partnerformular auf der Lieferando-Website aus. Vollständige Angaben ersparen dir Rückfragen bei Prüfung und Freischaltung.

Plane dein Liefergebiet mit Augenmaß. Ein zu großer Radius verlängert die Lieferzeiten, und lauwarmes Essen kostet dich Sterne, bevor sich dein Angebot herumgesprochen hat.

Lege dir vorab folgende Unterlagen und Angaben bereit:

  • Gewerbeanmeldung (bei eingetragenen Firmen zusätzlich ein Handelsregisterauszug)
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Bankverbindung für die Auszahlungen
  • Kontaktdaten (E-Mail, Telefon)
  • Öffnungs-, Küchen- und Lieferzeiten
  • Lieferzonen mit Mindestbestellwert und gegebenenfalls Liefergebühr
  • Speisekarte mit Preisen, Varianten, Extras und Angaben zu Allergenen

Onboarding-Prozess für Partner: Konto, Freischaltung, Speisekarte und Probelauf (auch für Ghost Kitchens)

Nach der Registrierung beginnt der Onboarding-Prozess für Partner. Wie schnell er vorangeht, hängt vor allem von sauber vorbereiteten Unterlagen und zügig beantworteten Rückfragen ab.

Auch deine Ghost Kitchen, also eine Küche ohne Gastraum, lässt sich grundsätzlich einbinden. Bietest du mehrere Marken aus einer Küche an, sollten Karte und Zeiten je Marke klar getrennt sein, damit in der Küche nichts durcheinandergerät.

Typischerweise durchläufst du diese Schritte:

  • Prüfung deiner Angaben und Unterlagen
  • Anlage und Freischaltung des Partnerkontos
  • Einrichtung der Speisekarte mit Kategorien, Artikeln, Optionen und gegebenenfalls Bildern
  • Probelauf, bei dem du Bestelleingang, Küchenbon und Übergabe einmal durchspielst
  • Start im Lieferando-Portal, am besten an einem ruhigen Wochentag statt direkt vor dem Wochenende

Login, Partner Hub und Support: deine Werkzeuge im Alltag

Nach der Freischaltung verwaltest du dein Geschäft im Lieferando-Partner-Portal, dem sogenannten Partner Hub. Lieferando schickt dir die Zugangsdaten für die erste Anmeldung per Begrüßungsmail, danach meldest du dich über den Lieferando-Partner-Login mit Benutzername und Passwort an. Betreibst du mehrere Geschäfte, hat jedes eigene Login-Daten. Wichtig sind vor allem vier Bereiche:

  • Verwaltung: Speisekarte, Preise und Öffnungszeiten pflegst du im Partner Hub. Dort markierst du auch ausverkaufte Gerichte und findest Auswertungen, Kundenbewertungen und deine Rechnungen.
  • Bestellungen: Je nach Einrichtung nimmst du Aufträge auf einem Gerät im Restaurant oder im Browser an und setzt den Status.
  • Mobil: Kläre, ob die Lieferando-Partner-Hub-App für dich infrage kommt, etwa um unterwegs ein Gericht kurzfristig zu deaktivieren. Im App Store heißt sie nach dem Konzern hinter Lieferando „Just Eat Takeaway Partner Hub“.
  • Support: Lass dir beim Onboarding zeigen, wie du im Notfall Hilfe bekommst, ob über die Lieferando-Partner-Hotline oder einen anderen Kontaktweg. Speichere den Kontakt griffbereit ab, denn du brauchst ihn meist dann, wenn am Samstagabend ein Gerät streikt.

Vertrag, Kosten, Technik und laufender Betrieb

Sobald die ersten Bestellungen eingehen, zeigt sich, wie gut Vertrag, Technik und Abrechnung im Alltag zusammenspielen. Die Vorteile der Plattform merkst du oft schnell, mögliche Nachteile meist erst in der Monatsabrechnung.

Für viele inhabergeführte Restaurants entscheidet die Marge. Die Kernfrage lautet, was nach Wareneinsatz, Personal, Fixkosten und Portalabzügen übrig bleibt und ab wann es sich lohnt, Stammgäste behutsam auf den eigenen Bestellweg zu holen.

Vertragslaufzeit, Kündigung & Exklusivität: Allgemeine Geschäftsbedingungen und Pflichten

Lies vor der Unterschrift die AGB und dein Partnerangebot gründlich. Dort steht, wie flexibel du später bist. Laut Partnerseite kannst du bei Lieferando jederzeit kündigen. Form und Frist der Kündigung findest du in deinem Partnervertrag.

Wirf außerdem einen Blick in die Datenschutzerklärung. Kundendaten und der direkte Draht zum Gast liegen weitgehend bei Lieferando. Eine Bestellung über das Portal ist auch noch keine Erlaubnis, dem Gast Newsletter oder Werbe-SMS zu schicken. Eine eigene Stammkundschaft baust du über die Plattform deshalb nur schwer auf.

Im Vertrag sind vor allem diese Punkte wichtig:

  • Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfristen
  • Regeln zu Stornos, Reklamationen und Haftung
  • Pflichten zu Öffnungszeiten, Reaktionszeit, Qualität und Verfügbarkeit
  • Exklusivität, also ob du andere Plattformen nutzen und deinen eigenen Shop bewerben darfst
  • Preisgestaltung und die Frage, ob im Portal andere Preise gelten dürfen als im Direktverkauf

Kosten und Provision: Was kostet Lieferando, und was bleibt dir als Marge?

Restaurantbetreiber prüft Kostenaufstellung und Provisionsabrechnung am Schreibtisch

Eine allgemeingültige Zahl für die Lieferando-Kosten gibt es nicht, denn die Plattform veröffentlicht derzeit keinen Provisionssatz. Auf der Partnerseite heißt es nur, dass keine Anmeldegebühr anfällt und auf Provisionsbasis abgerechnet wird. Deine Lieferando-Provision nennt erst das Partnerangebot, und sie hängt unter anderem vom Liefermodell ab.

Einen historischen Anhaltspunkt gibt es trotzdem. Im eigenen Factsheet vom März 2023 nannte Lieferando 14 % Provision bei eigener Lieferung und 30 %, wenn die Plattform zusätzlich ausliefert. Welche Sätze heute gelten, verrät das Dokument von damals nicht.

Deine Marge hängt davon ab, wie viel die Provision von jeder Bestellung abschöpft. Nimm dir deshalb eine typische Bestellung über Lieferando vor und rechne sie vollständig durch:

  • Wareneinsatz und Verpackung
  • Personal in Küche und Service, bei eigener Lieferung auch die Fahrer
  • Anteilige Fixkosten wie Miete und Energie
  • Provision und Gebühren laut Vertrag
  • Am Ende der Deckungsbeitrag, der pro Bestellung übrig bleibt

Wie empfindlich diese Rechnung ist, zeigt ein Beispiel. Bei einem Bestellwert von 30 € kostet jeder Prozentpunkt Provision 0,30 €. Fünf Prozentpunkte Unterschied zwischen zwei Modellen machen 1,50 € pro Bestellung aus, bei 400 Portalbestellungen im Monat also 600 €.

Ist der Deckungsbeitrag zu knapp, beschränke die Portalkarte auf gut kalkulierte Gerichte, prüfe, ob dein Vertrag abweichende Portalpreise erlaubt, und plane das Bestellvolumen realistisch. Eine genauere Aufstellung von Provision und Zusatzkosten bietet der Ratgeber zu den Lieferando-Kosten für Restaurants.

POS-/Kassenintegration und Abrechnung: Geräte, Zahlungszyklen und Belege

Ob Stoßzeiten beherrschbar bleiben, hängt stark von der Technik ab. Muss jede Portalbestellung von Hand in die Kasse getippt werden, entstehen am Freitagabend schnell doppelte Eingaben und Fehler.

Ähnlich wichtig ist die Abrechnung. Auszahlungsrhythmus und Abzüge sind vertraglich geregelt. Lass dir beides vorab erklären, damit du deine Liquidität verlässlich planen kannst.

Beantworte diese Fragen, bevor die erste Bestellung eingeht:

  • Gehen Bestellungen über Tablet, Drucker oder direkt in deine Kasse ein?
  • Wer bestätigt Bestellungen, und wer koordiniert die Küche?
  • In welchen Abständen wird ausgezahlt?
  • Welche Abzüge tauchen in der Abrechnung auf (Provision, Gebühren, Korrekturen)?
  • Wie exportierst du Abrechnungen und Belege für die Buchhaltung?

Eine Monatsübersicht mit Portalumsatz, Abzügen und Bestellzahl zeigt dir nach drei Monaten, welcher Anteil des Umsatzes tatsächlich bei dir ankommt und ob sich die Plattform für dich rechnet.

Fazit: Reichweite über Lieferando, Stammgäste über den eigenen Bestellweg

Bestelltüte mit QR-Code-Aufkleber für Nachbestellungen, den die Inhaberin am Tresen per Smartphone testet

Eine Partnerschaft mit Lieferando lohnt sich vor allem, wenn du das Portal gezielt für Reichweite nutzt und die Wirtschaftlichkeit im Blick behältst. Viele Lieferando-Restaurants teilen die Rollen deshalb auf. Über die Plattform gewinnen sie neue Gäste, und wer wiederkommt, bestellt über die eigene Website, einen eigenen Shop oder den QR-Code auf der Verpackung.

Wer bei Lieferando startet und den Direktkanal gleich mitdenkt, kann dafür zum Beispiel GastroSprint nutzen. Du bekommst einen Bestellshop für Lieferung und Abholung, zahlst 0 % GastroSprint-Bestellprovision und startest im Tarif Direkt ab 64 € netto pro Monat bei einmonatiger Vertragslaufzeit. Was Mollie für die Zahlungsabwicklung berechnet, zahlst du separat. Der Shop läuft technisch unabhängig von Lieferando, und Direktbestellungen lieferst du mit eigenen Fahrern aus oder lässt sie abholen.

Eine unverbindliche Überschlagsrechnung zeigt, ab welcher Bestellzahl sich der Tarif trägt. Sie geht von einem durchschnittlichen Bestellwert von 32 € aus und setzt 14 % Provision an. Das ist der Wert für eigene Lieferung aus dem Factsheet von 2023, dein tatsächlicher Satz kann davon abweichen. Pro Portalbestellung wären das 4,48 €. Ab etwa 15 Direktbestellungen im Monat ist GastroSprint Direkt (ab 64 € netto) damit günstiger als die Provision für dieselben Bestellungen im Portal. Dort kämen bei 15 Bestellungen bereits 67,20 € zusammen. Zahlungsgebühren sind nicht eingerechnet.

Damit Portalgäste den Weg in deinen eigenen Shop finden, haben wir einen 30-Tage-Plan für Lieferando-Kunden zusammengestellt. Kosten und Leistungen von Portal und Direktshop stehen auf der Seite GastroSprint vs. Lieferando nebeneinander.

Wenn du wissen willst, was dich deine Portalbestellungen an Provision kosten und wie ein eigener Bestellkanal neben deinem Lieferando-Konto aussehen könnte, frag eine kostenlose Demo an. Darin prüfen wir gemeinsam Kosten und Einsparpotenzial.

FAQ

Wie melde ich mein Restaurant bei Lieferando an und wie lange dauert das Onboarding?

Du registrierst dich online über das Partnerformular der Plattform und gibst Unternehmensdaten, Öffnungszeiten, deine Lieferzonen, die Speisekarte und die Bankverbindung an. Nachweise wie die Gewerbeanmeldung reichst du bei Bedarf ein.

Danach folgen Prüfung, Freischaltung, Einrichtung der Karte, dein Probelauf und der Start. Die Dauer hängt von der Prüfung und deiner Vorbereitung ab.

Wie funktioniert Lieferando für Restaurants im täglichen Betrieb (Bestellannahme, Liefergebiet, Abholung)?

Bestellungen kommen über ein Gerät im Restaurant, den Lieferando-Partner-Hub oder eine angebundene Kasse an. Du bestätigst sie, bereitest sie zu und übergibst sie je nach Modell an eigene Fahrer oder an die Kuriere der Plattform.

Dein Zustellgebiet legst du im Lieferando-Portal so fest, dass Qualität und Lieferzeit stimmen. To-go-Angebote zur Abholung entlasten die Küche, weil Gäste vorab bestellen und ihr Essen nur noch mitnehmen. Damit unter Last keine Verzögerungen entstehen, braucht es einen klaren Ablauf zwischen Kasse und Küche.

Wie nehme ich als Lieferando-Partner Kontakt zum Support auf?

Bei technischen Problemen oder Fragen zu Rechnungen verweist Lieferando in seinem Hilfebereich für Partner, dem Knowledge Centre, an das Support-Team. Der Kontakt-Link führt von dort in den Partner Hub, du meldest dich also zuerst mit deinen Zugangsdaten an. Eine Lieferando-Partner-Telefonnummer nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Kontaktwege ändern können. Verlass dich auf die Angaben, die Lieferando dir nach dem Login zeigt.

Funktioniert das Bestellgerät nicht, rät Lieferando, zuerst WLAN und Stromversorgung zu prüfen, nachzusehen, ob dein Geschäft online geschaltet ist, und das Gerät notfalls zurückzusetzen. Erst wenn das nicht hilft, ist der Kundenservice an der Reihe.

Wie laufen Auszahlung und Abrechnung bei Lieferando (Zahlungszyklen, Abzüge, Belege)?

Ausgezahlt wird in den Abständen, die dein Vertrag vorsieht. In der Abrechnung siehst du Bestellungen, die Lieferando-Provision, mögliche Gebühren und Korrekturen, etwa nach Reklamationen.

Exportiere die Belege regelmäßig und gleiche sie mit Kasse und Buchhaltung ab. So erkennst du früh, ob die Abzüge plausibel sind und wie stark die Plattformkosten deine Marge belasten.

Muss ich als Lieferando-Partner exklusiv sein (Vertragslaufzeit, Kündigung)?

Ob eine Exklusivität vereinbart ist, hängt von deinem Vertrag ab. Prüfe vor der Unterschrift im Partnervertrag und in den AGB, ob du parallel andere Portale und einen eigenen Shop betreiben darfst und welche Regeln für Aktionen gelten.

Kündigen kannst du laut Lieferando jederzeit, die Einzelheiten zu Laufzeit und Fristen stehen in deinem Vertrag. Planst du später mehr Direktbestellungen, sollte dir der Vertrag dabei keine Steine in den Weg legen.

Lohnt sich Lieferando für Restaurants und wann ist ein eigener Shop sinnvoll?

Als Kanal für Reichweite und neue Gäste lohnt sich das Portal oft, besonders wenn dein Angebot dort gut sichtbar ist. Kritisch wird es, wenn Provision und Gebühren einen großen Teil der Marge aufzehren oder dein Umsatz zu stark von Sichtbarkeit, Ranking und Bewertungen auf der Plattform abhängt.

Sobald du Stammgäste hast, spricht viel für einen eigenen Shop. Ihre Folgebestellungen wickelst du ohne Portalprovision ab und gestaltest das Bestellerlebnis selbst. Bewährt hat sich die Kombination aus Portal für Erstbestellungen und Direktkanal für alle, die wiederkommen.

Quellen und Produktgrundlage

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