Praxis-Ratgeber

Restaurant-Webshop erstellen: Wege, Ablauf, Kosten

Mit einem eigenen Restaurant-Webshop nimmst du Bestellungen direkt an, statt für jeden Auftrag Provision an ein Lieferportal abzugeben. Gäste, die bei deinem Restaurant bestellen wollen, landen auf deiner Restaurant-Website, und Preise, Liefergebiet und Aktionen bestimmst du selbst.

Restaurantinhaberin prüft am Tresen auf dem Tablet eingehende Onlinebestellungen, dahinter arbeitet die Küche

Zur Wahl stehen drei realistische Wege. Du baust den Shop selbst, mietest ein fertiges Bestellsystem oder beauftragst eine Agentur. Hier findest du alle drei im Vergleich, anschließend den Ablauf von der Speisekarte bis zur ersten Probebestellung und die Punkte, auf die es im laufenden Betrieb ankommt.

Warum sich ein eigener Restaurant-Webshop schnell rechnet

Lieferando, Wolt und Uber Eats verlangen alle eine Provision, eine konkrete Zahl veröffentlicht aber nur Uber Eats. Laut deutscher Händlerseite sind es 14 % bei Abholung und bei Lieferung durch deine eigenen Fahrer. Übernimmt ein Uber-Kurier die Zustellung, werden 30 % fällig. Auf einen Portalumsatz von 15.000 € im Monat gerechnet, kosten diese Sätze 2.100 € beziehungsweise 4.500 €.

Dazu kommt die Beziehung zu deinen Kunden. Im eigenen Shop sehen Stammgäste keine Konkurrenzangebote neben deiner Karte, und Rabatte, Mindestbestellwerte und Lieferzeiten legst du selbst fest. Das stärkt die Kundenbindung.

Rechenbeispiel: Portalprovision gegen eigenen Bestellshop

Angenommen, du machst 15.000 € Monatsumsatz über ein Portal mit 14 % Provision und holst die Hälfte davon in deinen eigenen Shop. Auf diese 7.500 € entfallen 1.050 € Provision im Monat. Nach Abzug des Tarifs Direkt von GastroSprint, der ab 64 € netto im Monat kostet, bleiben bis zu 986 € übrig. Davon gehen noch die Gebühren deines Zahlungsanbieters ab.

Im Tarif Complete mit eigener Website und App (149 € netto im Monat) blieben 901 € vor Zahlungsgebühren. Liefert bisher das Portal für 30 % Provision aus, fallen auf denselben Umsatz sogar 2.250 € an. Diesen Betrag schmälern im eigenen Shop aber die Kosten für deine Fahrer und Fahrzeuge.

Die drei Wege zum eigenen Webshop im Vergleich (Zeit, Kosten, Wartung)

Die Werte in der Tabelle sind grobe Richtwerte.

Weg Zeitaufwand Einmalkosten Laufende Kosten Technische Voraussetzungen Wartung
A) Selbst bauen (Baukasten oder Shopsoftware) hoch (Tage bis Wochen) niedrig–mittel niedrig–mittel (+ Erweiterungen) Web-Grundwissen, Tests, Rechtstexte bei dir (Updates, Fehler, Sicherheit)
B) Bestellsystem mieten niedrig (oft 1–2 Tage) meist gering fester Monatspreis + Zahlungsgebühren kaum (Inhalte liefern, Regeln festlegen) beim Anbieter
C) Agentur mittel–hoch (Wochen bis Monate) hoch (oft 2.000–5.000 € und mehr) Hosting und Wartung, ggf. Betreuungspauschale Abstimmung, Budget, Projektsteuerung Agentur, teils du

Baukasten oder Shopsystem selbst aufsetzen: eigenes Bestellsystem mit viel Eigenaufwand

Mit WordPress und WooCommerce, Wix oder Shopify richtest du den Bestellshop selbst ein. Du hast viel Gestaltungsfreiheit, trägst aber auch die Verantwortung für Lieferlogik, Varianten, Checkout, Updates, Sicherheit und Rechtstexte. Funktionen, die Restaurants und Lieferdienste täglich brauchen, etwa Liefergebiete nach Postleitzahl oder Extras zu Gerichten, kommen bei allgemeinen Shoplösungen oft erst über Erweiterungen dazu.

Ein Update, das unbemerkt den Bezahlvorgang lahmlegt, fällt oft erst auf, wenn am Freitagabend keine Bestellungen kommen. Gib deshalb nach jedem Update eine Testbestellung auf.

Fertiges Online-Bestellsystem mieten: Beispiel GastroSprint und Vergleichskriterien

Beim Mietmodell nutzt du eine Software für die Gastronomie, in die du Karte, Liefer- und Abholregeln und Zahlarten einträgst. Betrieb, Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter gegen einen festen Monatspreis. Bei GastroSprint sehen die Eckdaten so aus:

  • Einbindung: Deine vorhandene Restaurant-Website bleibt, der Bestellshop wird dort integriert. Gäste bestellen im Browser und müssen nichts installieren.
  • Tarif Direkt: der Bestellshop ab 64 € netto im Monat, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar.
  • Tarif Complete: eigene Website mit Domain-Anbindung und Hosting, dazu Shop und App, für 149 € netto im Monat plus 499 € einmalige Einrichtung bei drei Monaten Laufzeit.
  • Provision: 0 % GastroSprint-Bestellprovision.
  • Zahlung: Für Kreditkarte und PayPal verbindest du ein eigenes Händlerkonto bei Mollie mit dem Shop (Mollie Connect). Mollie rechnet seine Gebühren direkt mit dir ab, getrennt vom Tarif.
  • Start: Sind Karte und Logo fertig, geht der Bestellshop in der Regel innerhalb von 24 Stunden online. Für die Veröffentlichung der App gilt diese Frist nicht.

Welche Posten du insgesamt einplanen solltest, zeigt der Ratgeber zu den Kosten eines Online-Bestellsystems. Funktionen und Tarife im Detail stehen auf der Produktseite zum Online-Bestellsystem.

Andere Mietsysteme vergleichst du nach denselben Punkten, also Provision pro Bestellung, Laufzeit, Einrichtungskosten, Zahlungsanbieter und Kassenanbindung.

In einer kostenlosen Demo siehst du vorab, wie Karte, Liefergebiet und eingehende Bestellungen im Dashboard zusammenspielen.

Agentur beauftragen: individuelle Restaurant-Website mit Webshop und Betreuung

Eine Agentur gestaltet Design, Texte und Seitenstruktur passend zu deiner Marke. Dafür zahlst du deutlich höhere Einmalkosten und brauchst ein gutes Briefing. Frag nach, ob die Bestellfunktion eigens programmiert oder über ein gemietetes System eingebunden wird und wer dessen laufende Kosten trägt.

Kläre außerdem Wartung, Reaktionszeiten bei Störungen und die Rechte an Website, Texten und Bildern. Domain, Inhalte und Zugänge sollten auf deinen Namen laufen, sonst tauschst du die Abhängigkeit vom Portal gegen eine von der Agentur.

Ablauf: Schritt für Schritt zum fertigen Bestellshop

Ob du eine neue Restaurant-Homepage erstellen willst oder ein Bestellsystem in deine bestehende Webseite einbindest, der Ablauf ähnelt sich. Karte, Lieferregeln, Verpackung, Zahlung und Kommunikation sollten stehen, bevor du den Link veröffentlichst.

Speisekarte aufbereiten: Sortiment, Extras, Allergene

Koch richtet Gerichte an, daneben liegen ein Notizbuch und ein Smartphone mit der neuen Karte

Jedes Gericht braucht online eine Kategorie, einen Preis, bei Bedarf Varianten und Extras sowie Angaben zu Allergenen und kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffen. Allergeninformationen müssen beim Fernabsatz bereits vor Abschluss des Kaufvertrags verfügbar sein. Zeige sie im Shop gut zugänglich beim Gericht oder vor dem verbindlichen Bestellabschluss an. Grundlage sind Artikel 14 und 44 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).

Starte mit Bestsellern und Gerichten, die den Transport gut überstehen, statt mit der kompletten Karte. Liest ein System deine Karte per KI ein, prüf Preise und Allergene trotzdem Zeile für Zeile.

Lieferung & Abholung festlegen

Lege Liefergebiet (Radius, Zonen oder Postleitzahlen), Lieferzeiten, Mindestbestellwert, Liefergebühr und Abholfenster fest. Fahrer stellst du beim eigenen Shop selbst, alternativ vereinbarst du eine externe Lieferleistung. Plane Stoßzeiten realistisch und begrenze lieber die Zeitfenster, als die Küche zur Hauptzeit zu überlasten. Prüf danach mit einer Probebestellung an eine Adresse am Rand deines Liefergebiets, ob Zone und Liefergebühr stimmen.

Verpackung & Nachhaltigkeit

Kalkuliere die Kosten für Einweg- oder Mehrwegverpackungen pro Bestellung ein und weise sie im Checkout offen aus, etwa als Verpackungspauschale oder Mehrwegpfand. Besteck nur auf Wunsch spart nebenbei Kosten und Müll.

Nach § 60 VerpackDG musst du Speisen in erst bei dir befüllten Einwegkunststofflebensmittelverpackungen auch in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten. Entsprechendes gilt für erst bei dir befüllte Einweggetränkebecher. Die Kombination aus Ware und wiederverwendbarer Verpackung darf nicht teurer oder zu schlechteren Bedingungen angeboten werden als die Einwegvariante. Bei Lieferungen muss der Hinweis auf das Mehrwegangebot auch im Bestellmedium erscheinen, etwa im Webshop.

Für Betriebe mit insgesamt höchstens fünf Beschäftigten und maximal 80 m² Verkaufsfläche sieht § 61 VerpackDG eine Erleichterung vor: Sie können stattdessen anbieten, mitgebrachte wiederverwendbare Behälter zu befüllen. Teilzeitkräfte werden nach den gesetzlichen Faktoren gewichtet; bei Lieferung zählen Lager- und Versandflächen zur Verkaufsfläche. Auch auf diese Möglichkeit musst du im Bestellmedium hinweisen.

Technik, Recht & Sichtbarkeit im laufenden Betrieb

Ob Gäste deinen Shop finden, ihm vertrauen und ob ihre Bestellungen ohne Abtippen in der Kasse landen, hängt an Zahlungsabwicklung, Kassenanbindung, Datenschutz (DSGVO) und lokaler Sichtbarkeit.

Zahlungsabwicklung: Zahlarten, Sicherheit und Gebühren

Kundin bezahlt kontaktlos mit dem Smartphone am Kartenterminal einer Take-away-Theke

Biete gängige Zahlarten wie Karte und PayPal an, je nach Anbieter auch Apple Pay oder Google Pay. Für Kartenzahlungen im Internet verlangt das EU-Recht in der Regel eine starke Kundenauthentifizierung (SCA), meist über 3-D Secure. Rechne die Gebühren pro Transaktion ein. Vor dem Start und nach jeder Änderung an der Zahlungsabwicklung bestellst du selbst einmal pro Zahlart auf dem Handy und stornierst eine dieser Bestellungen, damit du siehst, ob die Erstattung klappt.

POS-/Kassenintegration: Schnittstellen, Bestellstatus, Auswertungen

Je mehr Bestellungen online eingehen, desto wichtiger wird die Kassenanbindung. Sie erspart das Abtippen, verhindert Fehler und bringt Online-Umsätze in deine Auswertungen. Frag vor Vertragsabschluss, welche Kassen konkret angebunden sind und wie Bestellstatus und Bons in deine Abläufe kommen.

Mit WinOrder als Kasse lässt sich der GastroSprint-Shop bereits direkt verbinden, für andere Kassen ist eine Anbindung erst geplant. Deine bisherige Kasse bleibt dabei im Einsatz, der Bestellshop ergänzt sie. Prüf bei der Testbestellung, ob der Bon ankommt, ob du den Bestellstatus bis „Abgeschlossen“ weiterschalten kannst und ob der Gast eine Bestätigung per E-Mail erhält.

Datenschutz (DSGVO): Pflichten im eigenen Shop

Pflicht sind eine Datenschutzerklärung und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit dem Shopanbieter und jedem weiteren Dienstleister, der Kundendaten in deinem Auftrag verarbeitet. Zahlungsdienstleister handeln dagegen oft als eigenständige Verantwortliche, Mollie etwa bei den Zahlungsdaten deiner Gäste. Welche Rolle ein Dienstleister hat, steht in seinen Vertragsunterlagen. Für Tracking-Cookies holst du vorher eine Einwilligung ein, für Bestelldaten legst du Speicher- und Löschfristen fest. Ein Newsletter braucht eine nachweisbare Einwilligung, üblich ist das Double-Opt-in-Verfahren.

Das senkt dein Abmahnrisiko und schafft Vertrauen bei Kunden, die zum ersten Mal direkt bei dir bestellen.

Webshop-SEO (Produktseiten & lokale Sichtbarkeit)

Halte dein Google-Unternehmensprofil aktuell, trag den Link zu deinem Bestellshop ein und schreib Name, Adresse und Telefonnummer dort genauso wie auf deiner Website und in Branchenverzeichnissen (NAP-Daten). Im Shop helfen klare Kategorien, aussagekräftige Namen und Beschreibungen der Gerichte, kurze Ladezeiten und strukturierte Daten zur Karte.

Zum Start müssen vor allem deine Stammgäste den neuen Bestellweg kennenlernen, etwa über QR-Codes auf Flyern und Lieferbeuteln, Beiträge in sozialen Kanälen und einen Hinweis am Telefon. Als Starthilfe stellt GastroSprint in jedem Tarif 1.000 Gutscheinkarten bereit, kostenlos und für deinen Betrieb personalisiert. Ihr QR-Code führt direkt zur Bestellseite.

Für Treuepunkte und Push-Nachrichten an Stammgäste lohnt sich der Blick in den Ratgeber zur eigenen Restaurant-App.

Fazit: Welcher Weg passt zu deinem Restaurant?

Wer keine eigene IT hat und zügig unabhängiger von Lieferportalen werden will, fährt mit einem gemieteten Bestellsystem meist am besten, weil es schnell startklar ist und die Kosten planbar bleiben.

  • Selbst bauen: lohnt sich, wenn du Zeit, Technikinteresse und Lust auf Wartung mitbringst.
  • Mieten: passt, wenn du schnell starten willst und planbare Kosten ohne IT-Baustelle suchst.
  • Agentur: ist richtig, wenn individuelles Design im Vordergrund steht und das Budget stimmt.

Ab welcher Bestellzahl sich der eigene Shop für dich trägt, lässt sich bei einem Demo-Termin anhand deiner echten Zahlen durchrechnen.

FAQ

Wie viel kostet ein eigener Restaurant-Webshop im Monat?

Beim Selbstbau sind die Fixkosten niedrig, der Zeitaufwand ist hoch. Mietsysteme rechnen mit einem festen Monatspreis ab, im Beispiel oben ab 64 € netto, dazu kommen Zahlungsgebühren. Agenturen verlangen hohe Einmalkosten und danach Geld für Hosting und Wartung.

Welcher Weg ist am schnellsten, um sofort Bestellungen zu bekommen?

Meist das gemietete Bestellsystem, denn es ist oft schon nach ein bis zwei Tagen online. Bestellungen kommen aber erst, wenn deine Gäste den Shop kennen. Plane QR-Codes und den Link im Google-Profil deshalb gleich für den ersten Tag ein.

Fallen im eigenen Shop weiterhin Gebühren an?

Die Portalprovision entfällt bei Direktbestellungen, die Gebühren des Zahlungsanbieters bleiben. Rechne deshalb pro Bestellung durch, was nach Wareneinsatz, Verpackung und Zahlungsgebühr übrig bleibt.

Brauche ich eine POS-/Kassenintegration für den Webshop?

Zum Start nicht unbedingt, bei wenigen Bestellungen geht es auch von Hand. Mit steigendem Volumen spart die Anbindung Zeit, vermeidet Fehler und liefert bessere Auswertungen.

Welche DSGVO-Punkte sind Pflicht?

Dazu gehören in der Regel eine Datenschutzerklärung, Auftragsverarbeitungsverträge mit deinen Dienstleistern, eine Einwilligung für Tracking, die verschlüsselte Übertragung per HTTPS, ein Löschkonzept und nachweisbare Newsletter-Einwilligungen.

Quellen und Produktgrundlage

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